Direkte Wirtschaftskommunikation ist ein zentrales strategisches Element für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und damit der gesamten Wirtschaft. Dies zeigt sich auch in diesem Jahr wieder im Bereich von Messeauftritten und Marketing-Events, den Kernbereichen der Direkten Wirtschaftskommunikation.
Rund 12,3 Mrd. Euro gaben deutsche Unternehmen in 2006 für Maßnahmen der Direkten Wirtschaftskommunikation oder anders gesagt für Messeauftritte und Marketing-Events aus. Dies entspricht einer Steigerung von fast einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Zu diesem Ergebnis gelangt der Direkt Marketing Monitor 2007 der Deutschen Post AG. FAMAB- und AUMA-Schätzungen zufolge fließen rund 70 bis 75 % der Ausgaben für Direkte Wirtschaftskommunikation in Messen und ca. 25 bis 30 % in Marketing-Events. Zum Vergleich: für klassische Werbung (Print, TV, Radio, etc.) gaben die Deutschen Unternehmen in 2006 laut ZAW insgesamt 30,23 Mrd. Euro aus.
Wirtschaftliche Situation der Messebaubranche
Bezogen auf den Umsatz brachte das Jahr 2006 die erwartete Erholung im Messebau. Auch die Perspektive für 2007 und 2008 ist optimistisch, gerechnet wird mit solidem Wachstum. Dieses Ergebnis brachte die Befragung der Mitglieder des Forums Messe und Ausstellung (FMA) im FAMAB im September 2007 sowie deren Überprüfung im Januar 2008.
Die Zeichen der Erholung lassen die FMA-Mitglieder entspannter in die Zukunft blicken: Die Situation der Branche sehen sie als gut (2,3), ähnlich wie im eigenen Unternehmen, dem sie auch eine Zwei (2,2) geben. Die Perspektive für 2008 bleibt auf ähnlichem Niveau, Branche und eigenes Unternehmen werden mit einem „Gut“ bewertet. So positive Einschätzungen gab es zuletzt für das Jahr 2001.
Auswirkungen auf die Anzahl der Mitarbeiter zeichnen sich durch den Aufschwung ebenfalls ab. War von 2004 bis 2005 die Anzahl der Beschäftigten fast konstant, stieg sie in 2006 mitgliederzahlbereinigt um 8,2 % auf 8.686 Mitarbeiter. Um 13 % wuchs die Anzahl der freien Mitarbeiter von 4.943 in 2005 auf 5.453 in 2006. Die Mitglieder des FMA setzen auch im Aufschwung auf schlanke, flexible Strukturen.
Umsatzsteigerung
Betrachtet man den Umsatz der FMA-Mitglieder, so ist dieser von 1,712 Mrd. Euro in 2005 auf 1,828 Mrd. Euro in 2006 gewachsen, für 2007 zeichnet sich eine Steigerung des Umsatzes um 12,5 % auf 2,06 Mrd Euro ab. Im Herbst 2007 ging man noch in einer vorsichtigen Schätzung von einem Wachstum auf 1,946 Mrd. Euro aus. Hintergrund für die Umsatzsteigerung von rund 9 % (mitgliederzahlbereinigt) in 2006 sind die gestiegenen Rohstoffkosten und der Nachholbedarf von Ausstellerinvestitionen in neue Messekonzepte. Hierzu nutzen die Auftraggeber insbesondere das Know-how der FMA-Mitglieder.
Hinzu kommt das hohe Präsentationsniveau auf deutschen Messen, was nicht zuletzt dazu führte, dass rund 40% der Kommunikationsbudgets deutscher Aussteller für Messeauftritte ausgegeben wurde.
Die Anzahl der von Verbandsmitgliedern realisierten Messestände stieg in dem Zeitraum von 53.907 in 2005 auf 55.797 in 2006. Für 2007 wird nach vorsichtiger Schätzung eine Steigerung auf 56.500 realisierte Projekte erwartet. Insgesamt umfassten die Präsentationen 5,45 Mio. m2 in 2005 sowie 5,64 Mio. m2 in 2006. Für 2007 rechnet man mit rund 5,8 Mio. m2. Hinzu kommen jedes Jahr knapp eine Mio. m2, die außerhalb von Messegeländen, beispielsweise bei Roadshows oder Hausmessen, durch FMA-Mitglieder realisiert werden. Dies zeigt eine fortschreitende Diversifizierung bei Messebau-Betrieben, fast ein Sechstel ihrer Dienstleistungen erbringen die Unternehmen inzwischen außerhalb von Messegeländen.
Internationalisierung
Deutlich erkennbar ist auch der Trend zur Internationalisierung bei einigen Messebau-Unternehmen: Diese FMA-Mitglieder erwirtschaften rund ein Viertel des Umsatzes mit ausländischen Auftraggebern, knapp 20 % werden mit Aufträgen im Ausland erzielt. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es 15,3 % des Umsatzes, die mit ausländischen Auftraggebern erzielt wurden bzw. 11,6 % des Umsatzes, die im Ausland erwirtschaftet wurden.
Messebau-Unternehmen im FMA ist es damit gelungen, ihre Kompetenzfelder zielgerichtet und systematisch auszubauen und so ein Stück unabhängiger vom Messewesen in Deutschland zu werden. So sind das leicht überdurchschnittliche Wachstum und der positive Blick auf die wirtschaftliche Situation zu erklären.
Immer mehr Einmalgeschäft
Eine negative Tendenz der letzten Jahre hat sich auch in 2006 fortgesetzt: Immer weniger Umsatz wird mit Stammkunden oder auf der Basis von Mehrjahresverträgen getätigt. Waren 2004 noch fast zwei Drittel der Umsätze eines Messebau-Unternehmens mit Stammkunden erwirtschaftet worden, so waren es 2005 nur noch ein Drittel und in 2006 nur noch ein Viertel. Ähnlich deutlich ist die mehrjährige Auftragsvergabe zurückgegangen: Von fast einem Viertel in 2004 auf spärliche 10 % in 2005 und 2006. Eine Situation, die sich aufgrund fehlender Sicherheit negativ auf die Auftragsplanung auswirkt und zu erhöhten Fertigungskosten führt.
Erwartungen für 2008
Die positive Stimmung des Jahres 2007 ist auch für das erste Halbjahr 2008 zu spüren: So erwarten die Mitglieder des FMA ein Umsatzsteigerung von rund 8%, diese wird sich voraussichtlich im 2. Halbjahr etwas abschwächen, da messeturnusbedingt weniger präsentationsintensive Veranstaltungen – wie beispielsweise eine IAA – stattfinden werden. Die erhöhte Nachfrage an Standbau geht aber auch in 2008 nicht mit einer Entspannung beim Preisdruck einher, Auftraggeber haben sich an die günstigen Preise gewöhnt.
Award der ausgezeichneten Messeauftritte
ADAM 2007 war wieder eine Leistungsschau der Branche. 72 Einreichungen in fünf Kategorien führten zu 16 Preisträgen. Alle Projekte zeichneten sich durch eine beispielhafte Vernetzung von Architektur und Marketing aus, die zu einem Raumerlebnis der besonderen Art führten und Unternehmen und Marke erfolgreich bei der Zielgruppe verankerten. So konnte die Jury den Markenauftritt der Eternit AG beispielsweise wie folgt bewerten: Der Messeauftritt weist über die normalen Dimensionen eines Messestandes weit hinaus: das Produkt ist der Stand. Produktpräsentation erfährt so eine neue Bedeutung, tritt einerseits total zurück und ist doch allgegenwärtig als Grundstock für eine künstlerisch skulpturale Inszenierung des Materials. Vor diesem Hintergrund werden Themen wie Nachhaltigkeit und Kommunikation in den Vordergrund gestellt. So dienen beispielsweise Teile des Messeauftritts heute als Schulungsraum des Unternehmens. Die Corporate Identity findet sich in der Einladung genauso wieder wie in der Bekleidung der Mitarbeiter, dem Messestand selbst und natürlich in der Nacharbeit. Der Messeauftritt ist ein klares Vorbild für die selbstbewusste Markenkommunikation.
ADAM 2008
Nachhaltigkeit wird zum immer wichtigeren Thema bei Messeauftritten. Dabei ist Nachhaltigkeit nicht allein im Bereich des Ressourceneinsatzes zu verstehen, sondern insbesondere als Marketing-Aspekt. Wie werden räumliche Konzepte, die für Messen erdacht wurden, in der Shopgestaltung, in Brandparks oder im Unternehmensgebäude adaptiert? Wie spielen 2-D und 3-D zusammen? Fragen, mit denen sich die neuen Kategorien „Nachhaltige Marken- und Messeauftritte“ und „Markenwelten“ beschäftigen werden. Im Sinne der Konsequenten Weiterentwicklung des Awards wird ADAM so zum Award der ausgezeichneten Marken- und Messeauftritte. Auf die Einreichungen sind wir alle jetzt schon gespannt, die Preisverleihung findet am 14. November 2008 in der Bochumer Jahrhunderthalle statt.